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Bundesliga 2. Spieltag: Heimspiel Travemünde

06.08.2014 05:41

Tanja, Jan, Kevin, Bjarne
Tanja, Jan, Kevin, Bjarne

Die Erwartungen für die zweite Bundesligaregatta der Saison auf dem Heimrevier waren hoch. Bei der Planung im Mai kannten wir die Wettervorhersage noch nicht, aber nach dem Starkwindtraining auf einer gecharterten J/70 zur Kieler Woche und dem J/80-Training im April fühlten wir uns für starken Nordostwind mit Welle besser vorbereitet als für Leichtwind. Ein wichtiger Tipp von Simon an den Teamchef konnte berücksichtigt werden: Möglichst viel Crewgewicht. Mit Ole Kuck, Arne Holweg und Bjarne Steinbrecher waren zunächst unsere kräftigsten Nachwuchssegler gesetzt. An der Pinne hingegen jahrelange Erfahrung und Talent: Unsere ehemalige 470er Weltmeisterin Tanja Jacobsohn. Keine schlechte Ausgangslage für das Ziel, in Travemünder Woche wichtige Punkte zu holen. Wir hätten wahrscheinlich aber wieder die jüngste Crew gestellt. Und die Erfahrungen aus Starnberg gaben den Anstoss, mehr Taktik, Kielboot- und Match-Race-know-how, im Wettkampf mit nur fünf Gegnern auf kurzer Bahn zu brauchen. Kurzfristig kam Jan Woortman ins Team anstelle Ole, der hier Teamgeist zeigte. Am Wochenende vor der TW hatten wir ein gutes Abschlusstraining mit FSC und DTYC.

Dann sollte das Pech einsetzen: Am Dienstag fiel Arne, Sportstudent und unser Segler mit den langen kräftigen Armen zum Bergen des Gennakers krankheitsbedingt auf absehbare Zeit aus. Es musste Ersatzmann Niclas Kath ran. Der hatte bereits zur Kieler Woche und bei den Trainings zwischendurch mehrere Ersatz-Mann-Einsätze, aber vorwiegend an der Position Crew hinten und an der Gennakerschot. Zudem ist er trotz der Abstammung von Jens einen Kopf kürzer und viel leichter als Arne. Am Sonntag, dem entscheidenden Tag mit den meisten Rennen, fiel er während eines Rennens nach Zusammstoss mit Bjarne mit Kopfplatzwunde aus. Einen Ersatz für den Ersatzmann hatten wir nicht am Spielfeldrand. Einzige Chance zur Einhaltung der Regel, dass die Boote mit vier Personen gesegelt werden müssen und um etwas Gewicht auf die Kante zu bringen: Unser Jugendmitglied Kevin Röttger, der auf dem Startschiff eingesetzt war. Nach Billigung durch die Jury durfte er Niclas ersetzen. Kevin ist Jollensegler und war zuvor noch nie auf einer J/70. Von eingespieltem Team und eingeübten Manövern konnte dann für fünf Rennen leider keine Rede mehr sein. Ärgerlich auch, dass wir dabei hinter dem großen Gennaker ein anderes Boot am Leefass übersahen. Das kostete an beiden Booten eine Relingstütze und wieder wertvolle Punkte. In einem weiteren Rennen am Sonntag wurde unsere Team gerammt mit erheblichem Schaden im Rumpf, der zur Aufgabe der Wettfahrt führte. Die Wiedergutmachung aus der Durchschnittspunktzahl der davor gefahrenen Wettfahrten war nicht wirklich hilfreich im Kampf nach vorne. Am Ende erreichte unser Team Platz 14 (von 18 Bundesligamannschaften) und damit 5 wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Für einen Sprung in der Gesamttabelle reichte das noch nicht. 

Das schlug glücklicherweise nicht auf die gute Stimmung und Motivation an Bord. Gegen führende Segelvereine und deren Top-Segler aus unterschiedlichen Klassen und Generationen einen von der Deutschen Segelbundesliga reibungslos und perfekt organisierten Wettbewerb bei karibischen Wetterbedingungen (so wurde Johannes Polgar in den LN zitiert) zu segeln, lässt sich auch als traumhaftes Segelwochenende verbuchen. Bei viel Wind und Sonne macht Segeln auch Spass, wenn nur Teilerfolge gelingen, Positionen an der Startlinie oder den Bahnmarken gewonnen werden und Manöver von Tag zu Tag besser laufen. 

Für den Club und den Segelsport in Deutschland sicherlich herausragend: Die geniale mediale Aufarbeitung durch SAP mit Kamera auf dem Maritim-Hotel, on-Board-Kameras, SAP-Analytics und SAP-Sail-Cube und den vielen Zuschauern live an Land.


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