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MEU-Kettentörn 2016 - Erlebnisse der Crew der Uni Ulm

12.10.2016 06:29 von Oliver Harnack

Von 20. - 27. August hatten wir nun zum 2. Mal die Gelegenheit, die MEU, eine Comfortina 38 des Lübecker Yachtclubs, für einen Ostsee-Törn zu nutzen. Wir, das waren Kremi Racheva, Rainer Krause, Florian Betz, Günter-Bertele und ich, Georg Seitz, als Skipper. Ein sechstes Crewmitglied musste kurzfristig absagen. Die MEU ist ein Schiff aus den 90er-Jahren mit einem schmalen, d.h. schnellen aber nicht so geräumigen Schnitt wie bei modernen Charteryachten. Da es lediglich 2 Kajüten gibt, musste sich Kremi im Salon einrichten, was letztlich gut geklappt hat.

Um das Nervige voranzustellen: An- und Abreise mit dem PKW haben unsere Geduld doch sehr beansprucht. Wir benötigten hierfür 14 bzw. 12 Stunden. Rainer hat auf der Rückfahrt von Travemünde 20 Baustellen gezählt, dazu eine Vollsperrung der A7 sowie zwei Staus. Vielleicht sollten wir das nächste Mal mit dem USCU-Motorboot anreisen.

Wir haben die MEU in Klintholm, auf der dänischen Insel Mön übernommen und zum Heimathafen Travemünde geschippert. Bei hervorragenden Wetterbedingungen (fast immer Sonnenschein und Wind) sind wir für unsere Verhältnisse extrem viel gesegelt. Zum Vergleich: Während wir im gleichen Zeitraum des letzten Jahres knapp 90 sm unterwegs waren, standen diesmal am Ende 235 sm im Logbuch. Lediglich für den letzten Schlag von Fehmarn nach Travemünde mussten wir wg. der „falschen Windrichtung“ in größerem Ausmaß den Motor nutzen.

Gleich zu Beginn konnten wir als Highlights die sehenswerten Kreideklippen an der SO-Seite von Mön besichtigen. Ansonsten erlebten wir die dänischen Inseln Mön, Falster und Lolland als ein gleichermaßen idyllisches wie verschlafenes Revier. Von Tourismus war Ende August schon nicht mehr viel zu sehen. So waren in Stubbeköbing abends um 21 Uhr bereits alle Gehsteige hochgeklappt, und nur mit Mühe gelang es uns noch eine Notmahlzeit zu ergattern. Auch in der etwas größeren Stadt Nakskov, in der gelegentlich auch die dänische Königsfamilie zu Gast ist, fanden wir abends keine offene Kneipe mehr. Im Gegensatz hierzu herrschte in Karrebäcksminde (Insel Seeland) noch eine schöne Ferienstimmung mit geöffneten Lokalen und Läden, unter anderem eine „exzellente Bäckerei mit unschlagbarem Brot und Brötchen, die man selbst in Deutschland nur selten findet“.

In dem kleinen Küstenort Krage­naes faszinierten ein begehbares (genauer gesagt „bekriechbares“) Hügel­grab und ein imposanter, im Bau befindlicher Steinkreis, mit sechs Meter hohen Skulpturen. Letztere erinnerten sehr an Stonehenge und vermittelten eine sehr schöne Stimmung.

Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt von Nakskov nach Fehmarn. Bereits kurz nach 3 Uhr morgens legten wir ab und tasteten uns durch das mehrere Seemeilen lange, enge und nur teilweise befeuerte Fahrwasser. Zur Frühstückszeit gönnten wir uns eine Pause und entschlossen uns zum Beiliegen. Wir waren dann allerdings ziemlich überrascht, uns nach dem Frühstück auf einer Position wiederzufinden, die wir eine Stunde zuvor schon passiert hatten. Dabei haben wir gelernt, dass Beiliegen bei starkem Gegenstrom nicht unbedingt die beste Idee ist. Aufgrund des guten Wetters war dies jedoch nicht allzu tragisch. Nach fast 14 Stunden unter Segeln erreichten wir den idyllischen Hafen Orth auf Fehmarn und hatten an diesem Tag immerhin 69 sm zurückgelegt – eindeutiger Etmal-Rekord für mich.

Nach einem gemütlichen Abendessen in „unserem“ Heimathafen Travemünde, genoss ein Teil von uns noch den letzten Abend am Strand. Um 24 Uhr, bei lauer Temperatur, mit einem Cocktail im Strandkorb, war dies ein würdiger Ausklang für einen sehr schönen Törn. Aufgrund der sehr selbstständigen und kompetenten Crew, von der sich Jede/r bereitwillig um die gemeinsamen Aufgaben kümmerte, war es auch für mich ein ausgesprochen entspanntes Segelerlebnis.

Georg Seitz, Skipper MEU, Universitätssegelclub Uni Ulm

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