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Bericht Abitörn 2010

Es hat sin in den letzten Jahren als üblich erwiesen, dass man als Abiturient und aktiver MEU-Segler die Zeit zwischen den letzten Abiturprüfungen und einem Studium, einer Ausbildung oder einem Zivildienst für eine Tour, auch bekannt als „Abitörn“,  auf der Ostsee nutzt. So sollte es auch dieses Jahr sein: da der diesjährige Abiturjahrgang im LYC nicht sehr stark vertreten ist, waren wir auf Unterstützung von außen angewiesen, die sich auch recht schnell fand.

                  Am Anfang kamen neben der obligatorischen Vorfreude jedoch auch Zweifel auf: Wird die unerfahrene Crew den Herausforderungen der Ostsee gewachsen sein (es befanden sich nur 2 erfahrene Segler an Bord)? Wie gut wird sie harmonieren? Wird es gelingen, auch die Nicht-Segler von unserem Sport zu überzeugen? Ersteres wurde gleich am ersten Tag auf die Probe gestellt.

Wir liefen zunächst bei Westlichen Winden um 3 Bft. aus mit dem Ziel Nysted auf Lolland. Doch der Wind, der bis auf 6 Windstärken zunahm und eine kleine Welle erzeugte, die sich negativ auf das Wohlbefinden einiger Crewmitglieder auswirkte, zwang uns, die Reisepläne vorerst zu ändern und nach Burg auf Fehmarn zu fahren, in dessen engem Fahrwasser eine britische Yacht scheinbar manövrierunfähig trieb und deren Crew uns ihr Bedürfnis nach Hilfe durch ständiges Schwenken beider Arme bis über den Kopf signalisierte – Motorschaden! Also schnell die Segel geborgen, Motor gestartet, die Briten ins Schlepp genommen und nach Burgstaaken gebracht. Alles funktionierte perfekt, jeder schien zu wissen, was selbst in diesem Fall zu tun war – so sollte es auch bleiben.

Die nächsten Tage verliefen  dann aber weniger ereignisreich. Ein wichtiges Kriterium, nach dem man einen Törn beurteilt, ist oft das Wetter. Für uns Segler gibt es immer zwei Seiten der Medaille: Wir hatten zwar Wetterbedingungen, die manche „Landratte“ wohl als perfekt bezeichnen würde (nur ein kleiner Regenschauer innerhalb der 12 Tage, nur zum Baden die kurze Hose gegen die Badehose getauscht, wenn man diese nicht eh schon anhatte), der Wind spielte jedoch ein munteres Spiel mit uns – meistens dergestalt, dass er wenn wir uns genau auf der Hälfte einer unserer Tagesstrecken befanden, einfach einschlief. Mithilfe des Motors und je nach Wind flexiblen Seegelzeiten brachte er uns trotz allem bis nach Kopenhagen und wieder zurück.

Zu erwähnen wäre noch, dass wir zu Zeiten der Fußball WM unterwegs waren, was wir Fußball-Fanatikern nicht weiterempfehlen würden. Man muss nämlich damit rechnen, dass man das eine oder andere Deutschland-Spiel verpasst (in unserem Fall war es zum Glück nur das Gruppenspiel gegen Serbien) oder, wenn gerade kein Irish Pub in der Nähe ist, aber dafür ein Internetanschluss mit der Qualität und der riesigen Zeitverzögerung von „Iraqgoals“ (einer der besten von vielen erbärmlichen WM-Überträgern im Internet) vorlieb nehmen.

Dennoch wird uns der Abitörn 2010 in guter Erinnerung bleiben, sodass auch der eine oder andere Neueinsteiger vielleicht jetzt öfter einmal an Bord der MEU zu sehen sein wird.

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