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Überführung der MEU zur LJM nach Glücksburg

Als Ende August die Überführung der MEU zu den Landesjugendmeisterschaften (LJM) nach Glücksburg anstand, wehte es bereits zu Beginn der Woche mit guten 7 bis 8 Windstärken aus Südwest. Als die 4 köpfige Überführungscrew, bestehend aus Hauke Baumeier, Käthe und Jochen Kuhlmann sowie Skipper Jon Ströh am Dienstag vor der LJM den ersten Blick auf den Wetterbericht warfen, zeigte die Windkarte in der Kieler, als auch in der Lübecker Bucht starke westliche Winde mit Gewitterböen an. Daraufhin wurde das Aufbrechen Richtung Flensburg im gemeinsamen Einverständnis um einen Tag verschoben. Nachdem unsere Reiseplanung durch den Wegfall des Dienstages um einen wichtigen Tag gekürzt wurde, beobachten wir den Wetterbericht anhand der Vorhersagen verschiedenster Wetterstationen entlang der Küstenlinie bis Flensburg mit Sorge. Am Mittwochnachmittag wagten wir dann jedoch den Sprung aus dem geschützten Hafen. Die MEU ging schnell mit vollem Groß und Genua 3 auf einem leichten Amwind, guten 10 Knoten Richtung Dameshöved auf Kurs. Durch die ablandige Windrichtung, setzte die MEU den Wind optimal um, sodass wir ohne Welle die Küste nach Norden entlang segeln konnten. Da sich das Wetter jedoch zunehmend verschlechterte und eine heranziehende Front den Himmel verdunkelte, legte sich die Comfortina 38 immer öfter auf die Seite, sodass ein Reff 2 unumgänglich war. Anschließend segelte die Yacht zunehmend ruhiger, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren. Der Wind pfiff und gischt fegte über das Wasser. Der Wetterbericht prognostizierte, dass der Wind gegen späten Nachmittag im Bereich Fehmarn stark abnehmen sollte. Als Großenbrode querab im Dunst auszumachen war, wehte es  jedoch aus West mit satten 40 Knoten Wind. Wir entschieden uns die Segel zu bergen und die 4 Meilen gegenan durch die Fehmarn Sundbrücke zu motoren.  Starker Strom und Wind sowie die aufgebaute Welle machten uns die Passage nicht einfach, sodass wir uns mit 1,5 Knoten eisern nach Westen kämpften. Die Nach der „Tonne 1“ fielen wir ab und liefen mit leicht ausgerolle Genua 3 und ohne Groß Richtung Heiligenhafen. Das kleine Vorsegel katapultiere die MEU sofort auf 8 Knoten. Etwa eine Stunde später lag die MEU fest vertäut am Steg in der Marina hinter dem schützenden Graswarder. Schnell breitete sich Müdigkeit über die 4 köpfigen Crew aus, sodass alle nach dem Abendessen direkt in die Kojen fielen. Es wehte und rüttelte an den Salingen. Der Wetterbericht versprach Besserung, das Barometer stieg.

Am folgenden Tag drang warme Morgensonne in die Kajüte und die Marina lag still und ruhig. Der Wind schien sich ausgetobt zu haben. Der Wind wehte nun nur noch mit 1-3 Knoten aus West und der Himmel war wolkenlos. Nachdem wir zügig ablegten, die Gefahrentonne „Heiligenhafen Nord“ passierten, nahmen wir direkten Kurs auf den Leuchturm „Kalk Grund“ mit seiner Einfahrt zur Flensburger Förde. Die Ostsee lag wenig später spiegelglatt vor uns und wir mussten die knapp 65 Meilen unter Motor antreten. Gegen 19 Uhr hatten wir den Leuchtturm querab und setzten unsere Fahrt Richtung Holnis fort. Die Tage wurden bereits spürbar kürzer und die Sonne stand schon sehr niedrig am Himmel. Die Förde lag ruhig vor uns und wir genossen die traumhafte Kulisse. Kurze Zeit später war die Sonne bereits untergegangen. Gegen halb 10 erreichten wir Glücksburg sehr starker Dämmerung und legten uns schnell in eine freie Box, bevor es dunkel wurde. Die anschließende Gemüsepfanne mit Reis schmeckte jedem und wir genossen den letzten Abend an Bord. Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen, säuberten die MEU und traten anschließend den Heimweg an.

Jon Ströh

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